"Nihao" - Chinesen auf Reisen

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Nie alleine - Chinesen im Ausland

Von Johannes Baumgart
 

Mehr als sieben Milliarden Menschen gibt es auf unserer Erde. Fast jeder Fünfte von ihnen kommt aus China. Der wirtschaftliche Aufschwung im Reich der Mitte und der politische Wandel in den letzten Jahren haben dazu geführt, dass immer mehr Chinesen Lust auf Reisen bekommen haben. Wir haben die typischen Klischees über unsere Chinesischen Freunde im Ausland in einer nicht ganz erst gemeinten Sammlung einmal zusammengetragen.

 

 

 

Auftreten in Rudeln

Ein Chinese kommt selten allein. Diese Regel gilt vor allem im Ausland. In den Zeiten des Sozialismus jahrzehntelang anerzogen tritt der Chinese auf Reisen gerne im Kollektiv auf. Angeführt werden die Reisegruppen meist durch einen Reiseleiter, der sich sowohl durch seine Lautstärke als auch durch einen ausfahrbaren Stab mit angefügter farbiger Flagge von den übrigen Teilnehmern abhebt. Im Gänsemarsch hinter dem Reiseleiter her, so fallen die Gruppen über sämtliche touristischen Attraktionen her, um nach nur wenigen Minuten wieder zu verschwinden, meist in einem weißen Kleinbus.

Selfie, Selfie

Während der gemeine Europäer sich die Länge seines Arms zu nutze macht um ein sogenanntes Selfie zu schießen benutzt der Chinese hierfür ausschließlich einen Selfie-Stick. Statistische Erhebungen haben bewiesen, dass durchschnittlich auf jeden Chinesen 2,3 Selfie-Sticks kommen. Aus allen erdenklichen Blickwinkeln werden nun Selbstaufnahmen geschossen bis auch das letzte Huawei-Smartphone den Geist aufgibt. 

Die richtige Pose

Ein Phänomen, über das die meisten Europäer nur verwundert den Kopf schütteln, ist das andauernde Posieren. Meist jüngere Chinesinnen, die wahlweise vor einem Hotelpool, einer Sehenswürdigkeit oder einfach nur vor einer stinknormalen Bushaltestelle sich in die ausgefallensten Posen werfen, während ihr Begleiter mit der Einheitsfrisur eifrig Fotos macht. Die Posen muten mitunter dermaßen lasziv an, dass man vorbeilaufenden Kindern panisch die Augen verdecken möchte.

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Auf die richtige Pose kommt es an
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Darf niemals fehlen: Der Selfie-Stick

Ernsthaft mit dem iPad?

Bleiben wir beim Faible für Fotografie. Natürlich macht jeder gerne Fotos, gerade im Urlaub möchte man doch die schönsten Momente unbedingt einfangen. Aber warum um alles in der Welt nutzen viele Chinesen hierzu ein iPad oder Tablet? Jedes Smartphone macht heute bessere Bilder als irgendein Tablet, aber nein, viele tragen lieber das sperrige iPad durch die Gegend und versuchen krampfhaft damit den ein oder anderen Schnappschuss zu machen. 

Mit dem Regenschirm am Strand

Oh Gott, bloß keine Sonne. So oder so ähnlich reagieren viele Chinesen auf unser Zentralgestirn. Panisch schaut man gen Himmel, wenn man einen Chinesen mit Regenschirm am Strand herumlaufen sieht. Fängt es etwa an zu regnen? Nein, der Chinese möchte sich lediglich vor der Sonne schützen. Doch mit dem Regenschirm alleine ist es nicht getan. Hinzu kommt noch ein langarm Funktionsoberteil und eine neckische Sonnenmütze. So gerüstet steht einem entspannten Strandtag nichts mehr im Weg. Wer konnte bei der Buchung des Thailand-Urlaubs auch ahnen, dass dort tatsächlich die Sonne scheint.

Halt, Polizei

Während bei uns in Deutschland die Cornelias und Steffis (alle in den 80er Jahren geboren) mit Chinesischen Schriftzeichen im Genick durch die Gegend stolzieren und sich für ihr Tattoo mittlerweile zumeist schämen ist unter Chinesinnen die Gegenbewegung zu erkennen. Der neueste Trend sind Klamotten mit Deutschen Wortbotschaften. So trifft man immer häufiger auf den Schriftzug „Polizei“, der den Rücken der ein oder anderen Chinesin ziert. Im ersten Moment zuckt man erschrocken zusammen, wenn am anderen Ende der Welt die Staatsmacht plötzlich vor einem steht, bevor man jedoch realisiert, dass die Trägerin des Polizei-Ponchos wahrscheinlich nicht die leiseste Ahnung hat, was tatsächlich auf ihrem Rücken steht. Genauso wenig wie Cornelia und Steffi übrigens.

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Polizeieinsatz am Golf von Thailand
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Bloß keine Sonne, dem Regenschirm sei Dank

Ja, die Chinesen im Ausland sind schon ein komisches Volk. Was man ihnen jedoch zu Gute halten muss ist, dass sie das andauernde Auf-Den-Boden-Spucken, wie sie es von zu Hause kennen, im Ausland unterlassen. Im Gegenzug sitzt in diesem Moment sicherlich auch ein Chinese zu Hause bei seiner Familie und berichtet über seine seltsamen Erfahrung mit westlichen Touristen in seinem letzten Urlaub. Kulturen sind eben verschieden und das tolle am Reisen ist, dass man seine Mitmenschen auf diesem Planeten immer ein Stück besser kennen lernt. Jedes Volk und jede Kultur hat ihre Eigenheiten, was für den einen fremd, das ist für den anderen Alltag. Reisen verbindet nicht nur Menschen und Kulturen, Reisen fördert auch das Gegenseitige Verständnis. Nur wer neugierig und aufgeschlossen bleibt kann diese Erfahrung machen. 


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