Von Strand zu Strand im Süden Balis

Dreamland Beach, Bali, Indonesien
Sonnenuntergang am Dreamland Beach

Von Johannes Baumgart
 

Traumstrände, Tempelanlagen und ausschweifende Partys. Das alles bietet der Süden von Bali, der bekanntesten Insel Indonesiens. Der internationale Flughafen von Denpasar trennt die Touristenorte Kuta und Seminyak im Norden von Jimbaran und der restlichen Halbinsel Bukit, die an der Südspitze Balis liegt. Während der Rest Indonesiens muslimisch geprägt ist (88 Prozent der Bevölkerung sind Muslime), bekennen sich auf Bali über 92 Prozent zum Hinduismus. Am Ende dieses Artikels findest du eine Karte, auf der alle erwähnten Sehenswürdigkeiten eingezeichnet sind. Allgemeine Informationen über Indonesien sowie alles zur Anreise findest du auf unserem Hauptartikel über Indonesien. 


In diesem Artikel findest du:


TOP-FACTS BALI

  • Kontinent: Asien
  • Land: Indonesien
  • Währung: Indonesische Rupiah
  • Einwohnerzahl: 4.200.000
  • Fläche: 5.634 Quadratkilometer
  • Zeitverschiebung: + 7 Stunden


Wo übernachten?

Die Bukit Halbinsel im Süden Balis ist in weiten Teilen bislang vom Massentourismus verschont geblieben. Ausnahmen sind die Regionen Nusa Dua und rund um den Pandawa Beach. Hier finden sich die Bettenburgen, die gerade bei chinesischen Touristen beliebt wie nie sind. Aber seien wir mal ehrlich, viel authentischer und nachhaltiger ist es doch, in kleinen Hotels oder Homestays zu übernachten, wo man zudem sicher ist, dass sein Geld den Einheimischen zu Gute kommt und man nicht mit seinem Aufenthalt die Yacht von Paris Hilton finanziert. Das Le Yanandra Hotel in der Nähe von Jimbaran ist ein kleines aber feines Boutiquehotel mit insgesamt nur vier landestypischen Bungalows. 2015 eröffnet bietet es alles was man sich im Urlaub wünscht. Ein Pool, ein kleines Restaurant sowie eine Bar lassen keine Wünsche offen. Wer mag kann sich auch direkt im Hotel massieren lassen. Die typisch balinesische Massage kostet 150.000 Rupiah (10 €) für eine ganze Stunde. Die familiäre Atmosphäre und die freundlichen und aufmerksamen Mitarbeiter sorgen schon bei der Ankunft für Urlaubsstimmung. 

Das Beste ist jedoch, dass der atemberaubende Dreamland Beach nur wenige Gehminuten vom Hotel entfernt ist. Etwas günstiger und gerade bei längeren Aufenthalten empfehlenswert sind die sogenannten Homestays. Hier mietet man ein Zimmer. Um alles weitere muss man sich selbst kümmern, was natürlich auch kein Problem ist. Eine gute Übersicht über Homestays auf Bali bekommst du auf HSH Stays. Hotels und Pensionen findest du auch unter Booking.com.

Blick von der Veranda im Le Yanandra
Blick von der Veranda im Le Yanandra
Typische Hütte im Le Yanandra
Typische Hütte im Le Yanandra
Leckeres Frühstück im Le Yanandra
Leckeres Frühstück im Le Yanandra

Die schönsten Strände auf Bali

Uluwatu

Ganz im Süden Balis finden sich die wohl schönsten Strände der Insel. Die Halbinsel Bukit ist ein Paradies für Surfer und die Wellen, die der indische Ozean hier an die teils schroffe Steilküste wirft, sind auch für geübte Surfer eine absolute Herausforderung. Bekanntester Surfspot ist Uluwatu, was übersetzt soviel wie "Fels am Ende des Lands" heißt. Hier werden die Wellen bis zu fünf Meter hoch. Dutzende Surfer, die sich hier jeden Tag aufs Neue mit den Naturgewalten anlegen, warten weit draußen auf die perfekte Welle. Doch Vorsicht ist geboten, denn je weiter man in Richtung Küste surft, desto näher kommt man den Korallenbänken, die nur wenige Zentimeter unter der Meeresoberfläche lauern und schon so manchem Surfer ein bleibendes Andenken in Form von Schürfwunden oder noch schlimmeren Verletzungen beschert haben. Der beste Platz für alle Nicht-Surfer ist das Single Fin, eine Bar hoch oben über den Klippen von Uluwatu. Hier hat man den perfekten Blick auf die Surfer und den Ozean, und das alles bei einem leckeren Mittagessen oder einem kühlen Drink. Auch Abends ist das Single Fin ein absoluter Tipp, um in entspannter Atmosphäre den spektakulären Sonnenuntergang über dem Meer zu bestaunen.

Blick über die Küste
Blick über die Küste
Die beste Aussicht: Das Single Fin
Die beste Aussicht: Das Single Fin
Surfer in Aktion - Uluwatu Beach
Surfer in Aktion - Uluwatu Beach

Padang Padang Beach

Ein paar Minuten weiter liegt der Padang Padang Beach. Über einen staubigen, unasphaltierten Weg erreicht man einen kleinen Parkplatz, von wo aus eine steile Treppe hinab ins Paradies führt. Dutzende Stufen später findet man sich an einem tropischen Strand wieder, der für den beschwerlichen Abstieg mehr als entschädigt. Das Wasser schimmert im schönsten Türkis, die Wellen sind deutlich kleiner als an anderen Stränden der Halbinsel und der weiße Sand bietet den perfekten Kontrast zum Blau des Himmels. So oder so ähnlich würde man sich den perfekten Strand vorstellen, wenn man an einem trüben Novembertag in Deutschland die Augen für ein paar Sekunden schließt und seine Gedanken in die Ferne schweifen lässt. Für umgerechnet fünf Euro kann man sich zwei Liegestühle mit Schirm ausleihen und den ganzen Tag staunen und genießen. Wer es ein wenig actionreicher mag, der kann sich auch in der hohen Kunst des Surfens versuchen. Surfschulen direkt am Strand bietet Kurse für Anfänger an. Die kleinen und sanften Wellen bieten ideale Trainingsbedingungen und Neulinge können die ersten Erfahrungen auf einem Surfbrett sammeln. Wer nach all den Anstrengungen Hunger bekommt, muss den paradiesischen Strand nicht einmal verlassen, denn Jacky’s Warung am Strand bietet auch hier für wenige Euro Abhilfe. Padang Padang Beach ist also der perfekte Ort und zählt zu den schönsten Stränden Balis (auch wenn der lange und steile Aufstieg hinauf zum Parkplatz den ein oder anderen sicherlich ins Schwitzen geraten lässt).

Der Padang Padang Beach auf Bali
Der Padang Padang Beach auf Bali
Steil hinab zum Padang Padang Beach
Steil hinab zum Padang Padang Beach
Einer der schönsten Strände auf Bali
Einer der schönsten Strände auf Bali

Pandawa Beach

An der Ostküste von Bukit liegt Pandawa Beach, einer der größten Strände der Bukit Halbinsel. Die riesige Strandanlage erinnert ein wenig an die Strände in Norditalien, wo ein Liegestuhl am nächsten steht und Masse vor Klasse das Motto zu sein scheint. Auf dem überdimensionierten Busbahnhof reihen sich die Reisebusse dicht an dicht und auch am Strand ist alles auf Kommerz angelegt. Bei Ebbe bieten Bootsverleiher Kanus samt Zubehör an, sodass man in der natürlichen Lagune, die durch das Sinken des Meeresspiegels entsteht, paddeln kann. Auf den Felsen hinter dem Strand entstehen aktuell riesige Hotelkomplexe, die für die Zukunft nichts Gutes ahnen lassen und man sicherlich mit noch mehr Besuchern rechnen muss. 

Ein paar Minuten mit dem Roller entfernt kann man in die Welt von Nusa Dua eintauchen. Entstanden, um den Massentourismus auf Bali besser zu kanalisieren, trifft man hier auf eine Welt aus Luxushotels und gepflegten Grünanlagen. Gesichert hinter einem Sicherheits-Checkpoint reihen sich hier die Hotelkomplexe aneinander. Das Positive an dieser Art von Anlage ist sicherlich der gepflegte Strand und der tolle Blick über das Meer auf den Mount Agung, einem der aktiven Vulkane auf Bali und für die gläubigen Balinesen ein heiliger Berg. An der Spitze liegt der Waterblow Aussichtpunkt. Hier kann man das Meer mit all seiner Kraft von seiner wilden Seite erleben. Die Wellen des Ozeans prallen hier auf die unwirkliche Steinküste und werden in die engen Felsspalten gepresst, sodass riesige Fontänen in die Höhe schießen und an Geysire erinnern.

Der Pandawa Beach bei Ebbe
Der Pandawa Beach bei Ebbe
Blick von Nusa Dua auf den Vulkan Agung
Blick von Nusa Dua auf den Vulkan Agung
Felsformation am Waterblow
Felsformation am Waterblow

Dreamland Beach

An der Westküste der Halbinsel Bukit, nur ein paar Kilometer von Jimbaran entfernt, liegt der Dreamland Beach. Über einen staubigen Parkplatz, vorbei an einem kleinen Tempel und im Schatten schlafende Hunde geht es ein paar wenige Stufen hinab zu einem der schönsten Strände Balis. Dreamland Beach liegt in einer Bucht, eingerahmt von hoch aufragenden und üppig bewachsenen Klippen an beiden Seiten. Der leicht grobkörnige Sand fühlt sich toll unter den Füßen an und die Wellen sind gerade in den Morgenstunden perfekt für Wellenreiter. Kleine Warungs, die typisch indonesischen Straßenrestaurants, erstrecken sich, auf Stelzen gebaut, über einen Teil des Strands. Auch hier gibt es mehrere Surfschulen, sodass man sich ein Brett ausleihen und sich selbst mit den Kräften des Ozeans messen kann. Am Abend zum Sonnenuntergang wird der Dreamland Beach in ein magisches Rot getaucht und schlagartig wird einem klar, woher der Strand seinen Namen hat. Das Meer und der Himmel erstrahlt in den schönsten Farben und am Strand und auf den Klippen oberhalb trifft man auf einige Brautpaare, die die Magie dieses Ortes nutzen um unvergessliche Hochzeitsfotos zu schießen. Wer einmal einen Sonnenuntergang am Dreamland Beach erlebt hat wird diesen nicht mehr so schnell vergessen.

Farbenspiel am Dreamland Beach
Farbenspiel am Dreamland Beach
Brandung am Dreamland Beach
Brandung am Dreamland Beach
Hochzeitsshooting am Dreamland Beach
Hochzeitsshooting am Dreamland Beach

Labuan Sait Beach

Der Labuan Sait Beach (Eintritt 10.000 Rupiah) an der Westküste Bukits ist nicht nur Ziel vieler Badegäste sondern hat auch eine tierische Überraschung zu bieten. Der Strand ist nämlich auch Heimat vieler freilebender Affen, die am Strand ihr Unwesen treiben. So interessant unsere nächsten Verwandten auch sein mögen, so vorsichtig sollte man sein, denn die tierischen Strandbewohner haben es auf Sonnenbrillen, Kameras und andere interessante Habseligkeiten der Besucher abgesehen. Lieber ein wenig mehr Abstand halten als Opfer der Affenbande zu werden. Den Strand erreicht man über eine steile Treppe, die durch eine enge Felsspalte nach unten führt. Platzangst sollte man hier lieber nicht haben. Doch der Abstieg lohnt sich. Die kleine Bucht wird von hohen Felsen gesäumt, die gerade am Nachmittag angenehmen Schatten spenden. Das Wasser ist klar, wenngleich der Weg ins Meer durch viele Steine ein wenig beschwerlich ist. Leider ist der Strand ein beliebtes Ziel von Einheimischen und Touristen, sodass er gerade in der Hauptsaison und wegen des großen Parkplatzes oft überlaufen ist und sich die Badetücher dicht an dicht drängen.

Der Labuan Sait Beach
Der Labuan Sait Beach
Affen direkt am Strand
Affen direkt am Strand
Tierischer Standbewohner am Labuan Sait Beach
Tierischer Standbewohner am Labuan Sait Beach

Spektakuläre Tempel und exotischer Kaffee

Doch auch abseits der wunderbaren Strände bietet die Bukit Halbinsel Sehenswertes. Das berühmteste Wahrzeichen ist der Pura Luhur Uluwatu Tempel im Süden. Im 11. Jahrhundert erbaut ist der Tempel eines der wichtigsten Heiligtümer der Balinesen. Hoch auf einer Klippe erbaut erhebt sich der Tempel majestätisch über den Indischen Ozean. Man spürt hier förmlich die Magie dieses Ortes. Entlang des Klippenwegs ergeben sich spektakuläre Aussichten auf den Tempel und die Natur und es scheint, als ob beide hier eine ganz besondere Verbindung eingehen. Vorsicht ist jedoch auch hier mit den wilden Affen geboten, die es auf Sonnenbrillen, Kameras und andere Utensilien der Besucher abgesehen haben. 

Spektakuläre Aussicht am Pura Luhur Tempel
Spektakuläre Aussicht am Pura Luhur Tempel
Über 70 Meter über dem Meeresspiegel
Über 70 Meter über dem Meeresspiegel
Vorsicht vor den Affen!
Vorsicht vor den Affen!

Kaffeeliebhaber und Teefreunde sind bei Bukit Sari genau richtig. Äußerlich den Anschein einer typischen Touri-Falle entpuppt sich das Bukit Sari als Geheimtipp. In einer kurzen Führung durch den Garten erfährt man mehr über den einheimischen Kaffee (Arabica Bohnen werden auch hier angebaut) und weitere einheimische Pflanzen wie Vanille, Zimt und Ingwer. Danach bekommt man 13 verschiedene Kaffee- und Teesorten zum Probieren. Vom klassischen Bali-Coffee bis zum Hibiscus-Tee ist alles dabei. Und das beste dabei, man bezahlt dafür nichts. Nur wenn man den berühmten Luwak-Coffee probieren will sind 50.000 Rupiah (3,20 €) pro Tasse fällig. Das Besondere an diesem Kaffee ist, dass die Kaffeebohnen vor der Röstung zuerst den Verdauungstrakt eines Fleckenmusang, einer Schleichkatzenart, durchwandern müssen und dabei eine gewisse Fernentierung erhalten. Danach werden die Bohnen geröstete und zum Kaffee aufgebrüht. Bei Kennern ein absoluter Genuss ist für Laien und gewöhnliche Kapselkaffee-Trinker nur mit viel Fantasie ein Unterschied festzustellen. Vielleicht schmeckt der Kaffee ein wenig milder, vielleicht ist es aber auch nur Einbildung, wer weiß das schon. Nach der ausgiebigen Kaffee- und Teeprobe hat man in einem kleinen Laden noch die Möglichkeit, Kaffee und Tee zum Mitnehmen zu kaufen, wobei es hier kein Problem ist, wenn man freundlich lächelt und nichts kauft. Ein tolles Erlebnis und die Möglichkeit, die Geschmäcker Balis zu erleben.

Der Luwak Kaffee vor der Verarbeitung
Der Luwak Kaffee vor der Verarbeitung
Traditionelle Kaffeeröstung
Traditionelle Kaffeeröstung
Der weltbekannte Luwak Kaffee
Der weltbekannte Luwak Kaffee

Einer der bekanntesten Tempel im Süden Balis ist der Tanah Lot Tempel. Der spektakuläre Wassertempel aus den 16. Jahrhundert liegt auf einer kleinen Insel nur wenige Meter vor der Südküste Balis. Bei Ebbe kann man den Tempel trockenen Fußes erreichen, während bei Flut die Meerenge zwischen dem Festland und der kleinen Insel von Wasser bedeckt ist. Der im Deutschen auch Meerestempel genannte Tempel bedeutet wörtlich übersetzt Land inmitten des Meeres. Am Fuße des Tempelfelsens entspringt eine kleine Süßwasserquelle. Die heilige Quelle wird von Priestern bewacht, genauso wie die heiligen Schlangen, die in einer weiteren Höhle leben. Der Tanah Lot Tempel ist eines der beliebtesten Fotomotive der Insel. Entsprechend hat sich rund um den Tempel ein kleines Dorf gebildet, wo man Souvenirs wie Sarongs oder Schnitzereien kaufen kann oder in einem der kleinen Restaurants etwas essen kann. 

Der Tanah Lot Tempel
Der Tanah Lot Tempel
Spektakuläre Küste nahe des Tanah Lot Tempels
Spektakuläre Küste nahe des Tanah Lot Tempels
Zeremonie im Tanah Lot Tempel
Zeremonie im Tanah Lot Tempel

Gleich nördlich des Flughafens von Denpasar beginnt Kuta, das touristische Zentrum der Insel. Hier reihen sich die Hotels dicht aneinander, Bars und Restaurants säumen die Straßen und Touristenhorden, vornehmlich aus Australien, bevölkern die Strände. Direkt nördlich von Kuta schließt sich Seminyak an. Hier ist alles ein wenig chicer also in Kuta. Schöne Boutiquen und hippe Surfshops drängen sich entlang der Hauptstraße. Dazwischen immer wieder stylische Restaurants und Bars. Gerade nach Sonnenuntergang ist hier die Hölle los und der Lärm der Motorroller und hupenden Autos wird nur von der Musik der Bars übertönt. Dafür entschädigt der breite und kilometerlange Sandstrand, an dessen Rand sich die Luxusresorts wie an einer Perlenkette aufreiben.  Ein quirliger Ort, jedoch für Naturliebhaber und Reisende, die Ruhe und Entspannung suchend, sicherlich nicht das richtige Ziel. 

Der Strand von Seminyak
Der Strand von Seminyak
Die Hauptstraße von Seminyak
Die Hauptstraße von Seminyak
Endlose und breite Sandstrände im Süden Balis
Endlose und breite Sandstrände im Süden Balis

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