Tokio - Pulsierende Megametropole

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Shibuya Crossing

Von Johannes Baumgart
 

Tokio ist die Stadt der Superlative. Mehr als neun Millionen Menschen leben direkt in Tokio, der Ballungsraum ist mit knapp 38 Millionen Bewohnern der größte der Welt. Doch Tokio ist viel mehr als Häuserschluchten und schrille Werbebildschirme. Wir zeigen dir, was du bei deinem Besuch in Japans Hauptstadt auf jeden Fall erleben musst und geben dir die besten Reisetipps für Tokio.


In diesem Artikel findest du:


TOP-FACTS TOKIO

  • Kontinent: Asien
  • Land: Japan
  • Währung: Yen
  • Einwohnerzahl:  9.420.000
  • Fläche: 622 Quadratkilometer
  • Zeitverschiebung: + 7 Stunden


Vor der Reise nach Tokio

Für die Einreise nach Japan reicht ein deutscher Reisepass. Eine Aufenthaltsgenehmigung für 90 Tage erhält man vor Ort am Flughafen, ein Visum ist somit für deutsche Staatsangehörige nicht notwendig. Denk daran, einen Adapter für die Steckdosen mitzunehmen, damit dir vor Ort nicht der Strom ausgeht. Die beste Reisezeit für einen Trip nach Tokio ist entweder das Frühjahr (März bis Mai) oder der Herbst (Oktober und November). In diesen Monaten sind die Temperaturen und vor allem die Luftfeuchtigkeit angenehm und mit etwas Glück kann man die Kirschblüte (meist Ende März) und die Laubfärbung (ab Oktober) bestaunen. Aufpassen sollte man bei einer Reise im Spätsommer, da hier häufiger Taifune auf die japanische Küste treffen und das öffentliche Leben teilweise zum erliegen kommt.

Anreise nach Tokio

Mit dem Flieger von Deutschland nach Tokio

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Boeing 747 von Air China

Tokio verfügt über zwei Großflughäfen. Knapp 60 km nordöstlich von Tokio liegt der Flughafen Narita. Japan Airlines fliegt von hier aus direkt nach Frankfurt, mit ANA, einer der großen japanischen Fluggesellschaften, wird Düsseldorf direkt angeflogen. Der Flughafen Haneda liegt recht zentrumsnah und wird beispielsweise ab Frankfurt von der Lufthansa oder auch von ANA angeflogen. Da Direktflüge von Deutschland nach Tokio meist sehr teuer sind lohnt es sich häufig, einen Zwischenstopp einzulegen und dabei Geld zu sparen. So kann man mit etwas Glück und günstigen Reisedaten beispielsweise mit Air China (Umsteigen in Peking) für gerade einmal 500 Euro nach Tokio  und zurück fliegen.

Vom FLughafen in die Innenstadt

Der Flughafen Haneda ist an das Bahnsystem Tokios angeschlossen. So kann man mit der Keikyu-Kuko Linie direkt bis in die Stadt fahren. Je nachdem in welchem Stadtteil du wohnst ist ist natürlich ein Umsteigen in eine andere Linie notwendig. Alternativ kann man auch mit Bussen in die Innenstadt fahren. Aufgrund des dichten Verkehrs herrscht hier jedoch Staugefahr.

 

Mit der U-Bahn durch Tokio

Das U-Bahn System von Tokio ist vielleicht das komplexeste und auf den ersten Blick verwirrendste der Welt. Kein Wunder bei fast acht Millionen Passagieren pro Tag. Zudem gibt es noch verschiedene Anbieter (städtische und private), die jeweils die Tickets des anderen Betreibers nicht akzeptieren. Man hat jedoch die Möglichkeit, sich eine Kombikarte (z.B. Pasmo) zu kaufen, um mit allen U-Bahn Linien zu fahren. Zudem hat man immer die Option, Einzelfahrscheine (schon ab 170 Yen, umgerechnet 1,30 Euro) für seine jeweilige Strecke zu kaufen.

Unterkunft in Tokio

Übernachten in Tokio - Die Qual der Wahl

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Shibuya Crossing bei Nacht

Bei über 3.500 Hotels in Tokio hat man als Reisender die Qual der Wahl. Zunächst einmal sollte man sich darüber im Klaren sein, in welchem Stadtteil man gerne wohnen würde. Die Bezirke von Tokio sind nicht nur komplett unterschiedlich und individuell sondern bei der Größe der Stadt auch ziemlich weit entfernt. So kann es schon einmal vorkommen, dass man zwei Stunden mit der U-Bahn durch die Stadt fährt um beispielsweise ein empfohlenes Restaurant oder einen Schrein zu besuchen.
Solide Standardhotels findet man schon für unter 100 Euro (pro Doppelzimmer). Empfehlenswert ist das Shibuya Excel Hotel direkt am Bahnhof Shibuya, dem Szene-Stadtteil von Tokio. Tipp: Lass dir hier ein Zimmer in einem der oberen Stockwerke geben, dann hast du einen fantastischen Ausblick über die Stadt und kannst das hektische Treiben auf der Shibuya Crossing, der belebtesten Straßenkreuzung Japans, gemütlich von deinem Zimmer aus verfolgen. Besonderes Highlight ist die Fahrt im gläsernen Aufzug, der dich auf deine Etage bringt und von dem aus man ebenfalls eine atemberaubende Aussicht auf die japanische Variante des Times Squares hat.

Typisch Japan - das Kapselhotel

Für alle, die mit einem kleineren Budget aber dafür umso experimentierfreudiger unterwegs sind, bietet sich die Übernachtung in einem der berühmten Kapsel-Hotels an. Hier bekommt man, beispielsweise im Shinjuku Kuyakushomae Capsule Hotel, die Übernachtung schon für unter 50 Euro. Auf der Website von Tokyo Apartments findest du zudem eine große Auswahl an Apartments und Ferienwohnungen. Gerade wenn du längere Zeit in Tokio bleibst und von dort aus eventuell noch andere Teile Japans erkunden willst sicherlich eine gute Alternative zum klassischen Hotel.

Essen und Trinken in Tokio

Ein Gebäude - viele Restaurants

In der Megacity Tokio ist Platz und Fläche ein rares Gut. Daher befinden sich oft in einem Gebäude mehrere Restaurants. So kann es vorkommen, dass in einem fünfstöckigen Gebäude vom Keller bishin zum Dachgeschoss tatsächlich auf jeder Etage ein Restaurant zu finden ist. Es lohnt sich daher, bei der Suche nach etwas zu Essen den Blick zu heben. Gleiches gilt im Übrigen auch für Bars, zu denen man schon einmal mit dem Aufzug fahren muss und die von der Straße kaum als Bar zu erkennen sind.

Sushi auf dem Fischmarkt von Tokio

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Auf dem Tsukiji Fischmarkt

Japan ist die Heimat des Sushi und lässt das Herz jeden Liebhabers des rohen Fischs höher schlagen. Fast an jeder Ecke findet man Sushi- oder Sashimirestaurants. Besseres und vor allem frischeres Sushi gibt es wohl nirgendwo auf der Welt. Besonders zu empfehlen ist das frische Sushi auf dem Fischmarkt Tsukiji. Jedoch sollte man hier etwas Zeit mitbringen, da es sich sowohl bei Einheimischen als auch Touristen schon herumgesprochen hat und sich teilweise lange Schlangen vor den kleinen Buden bilden. Neben Sushi stehen aber auch leckere Spieße auf dem Speiseplan vieler Japaner. In kleinen, traditionellen Restaurants werden die Spieße (mit Hähnchenfleisch oder auf Wunsch auch mit deutlich exotischeren Zutaten) direkt vor den Augen der Gäste über Holzkohle gegrillt und mit einem Klecks Wasabi serviert.

Ramen & Shabu-Shabu

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Leckeres Shabu-Shabu

Eine weitere Spezialität Japans, die mittlerweile auch bei uns in Mitteleuropa bekannt ist, sind die Ramennudeln. Die leckeren und günstigen Nudelgerichte in Brühe gibt es fast an jeder Ecke und sind ein super Snack für Zwischendurch. Unbedingt probieren sollte man auch Shabu-Shabu. In speziellen Restaurants steht auf jedem Tisch ein großer Topf mit Brühe. Als Gast bekommt man nun auf Wunsch Fleisch und Beilagen gebracht, die man dann selbst in der Brühe kocht. Manchmal sind es auch  Buffetrestaurants, sodass man sich seine Zutaten selbst am Buffet zusammenstellt und dann am eigenen Tisch in der Brühe kocht. 

Das weltbekannte Kobe Beef

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Kobe Beef zum Grillen

Ein absolutes Highlight ist jedoch das weltbekannte Kobe-Beef. Mit seiner einmaligen Maserung zählt diese Delikatesse zu den bekanntesten und besten Fleischsorten der Welt. In Japan und speziell in Tokio gibt es zahlreiche Restaurants, wie z.B. das Hanodaidokoro in Shibuya, in denen man Kobe-Rind essen kann. Bei einigen hat man sogar die Möglichkeit, auf einem im Tisch eingelassenen Grill sein Fleisch selbst zu grillen. Ursprünglich stammt diese Zubereitungsart aus Korea, ist jedoch auch in Japan sehr beliebt. Für Fleischliebhaber ein absolutes Muss und ein einmaliger Genuss, von dem man noch lange nach seiner Rückkehr aus Japan schwärmt. 

Auch bei den Getränken muss man sich als Mitteleuropäer auf ein paar Besonderheiten gefasst machen. So findet man natürlich in Tokio alle gängigen Softdrinks. Ungewohnt sind jedoch Drinks, die beispielsweise Basilikumsamen oder Weizenkleie enthalten und von ihrer Konsistenz eher an sauer gewordene Milch erinnern. Dagegen ist das einhemische Asahi Bier jedoch durchaus lecker und wird auch von den Japanern gerne zum Essen getrunken. Gewöhnungsbedürftig ist hingegen der Sake, ein Reiswein mit ca. 15 % Alkoholgehalt. Sake wird in Japan sowohl vor, während als auch nach dem Essen getrunken. Manchmal wird er sogar warm serviert. Das Besondere ist, dass man Sake aus einem kleinen, quadratischen Holzwürfel (genannt Masu) trinkt. Es kann schon einmal vorkommen, dass man von Japanern im Restaurant als Willkommensgeste einen Sake angeboten bekommt. Dieses Geschenk sollte man unbedingt annehmen und den Sake mit dem gebotenen Respekt trinken.

 

Sehenswertes in Tokio

Die beste Aussicht

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Blick über Tokio

Alleine die Stadt Tokio erstreckt sich auf über 600 Quadratkilometer. Um sich wirklich einen guten Eindruck von der japanischen Hauptstadt zu bekommen sollte man mindestens eine Woche in Tokio verbringen. Für einen guten Überblick empfiehlt sich das Hochhaus der Stadtverwaltung von Tokio. Hier hat man bei kostenlosem Eintritt einen super Überblick über die Stadt und die Häuserschluchten. Bei gutem Wetter sieht man in der Ferne sogar den Fuji-San, den heiligen Berg der Japaner. Gerade zum Sonnenuntergang kann man bei einem kalten Getränk an der Bar die Aussicht genießen und über die schier endlose Größe der Stadt staunen.

Shibuya Crossing

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Menschenmassen in Shibuya

Wer es etwas lebhafter mag, der ist im Szene-Stadtteil Shibuya genau richtig. Hier trifft sich alles, was schrill, bunt und laut ist. Verrückte Klamottenläden, ausgefallene Restaurants und schräge Typen - all dies findet man in Shibuya an jeder Straßenecke. Der Stadtteil mit dem gleichnamigen Bahnhof ist gleichzeitig auch Brutstätte für neue Trends, gerade im Bereich Mode und Lifestyle. Was man heute nur in Shibuya sieht ist morgen vielleicht schon ein Trend in ganz Japan oder sogar in der ganzen Welt. Shibuya ist auch Heimat der belebtesten Straßenkreuzung der Welt. Die weltberühmte Shibuya Crossing war schon Kulisse in so machem Hollywoodfilm (z.B. Lost in Translation) und ist jeden Abend aufs Neue faszinierend. Sobald die Ampeln für die Autos auf rot schalten setzen sich tausende Menschen von jeder Richtung der Kreuzung in Bewegung. Von oben betrachtet sieht es aus wie ein riesiger Haufen an Ameisen, die ohne Ziel umherirren. Nach nur wenigen Sekunden ist das Schauspiel beendet, die Autos und Motorräder nehmen die Kreuzung wieder für sich ein, nur um 30 Sekunden später wieder Platz für die Fußgänger zu machen. Man hat die Möglichkeit, von einer Fußgängerbrücke des Bahnhofs Shibuya aus das bunte Treiben aus einer höheren Perspektive zu betrachten und hat so einen besseren Überblick.

Hamarikyu Gardens mit Teehaus

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Teehaus in den Hamarikyu Gardens

Wer es lieber etwas ruhiger mag, der sollte unbedingt die Hamarikyu Gardens im Stadtteil

Der Tsukiji Fischmarkt

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Frischer Fisch auf dem Tsukiji Markt

Nur einen Steinwurf von den Hamarikyu Gardens entfernt findet man den Tsukiji Fischmarkt, den größten Fischmarkt der Welt. Hier werden jeden Tag unzählige Tonnen an Fisch und Meeresfrüchten umgeschlagen. Als Besucher kann man entweder auf eigene Faust durch das Labyrinth aus Gängen und Ständen schlendern oder man hat die Möglichkeit, bei einer Thunfischauktion zuzusehen. Jedoch sollte man hierzu Frühaufsteher sein. Pro Tag können nur bis zu 120 Besucher die Auktion verfolgen. Besucher erhalten ab 5 Uhr die kostenlosen Tickets im Osakana Fukyu Center um die Auktionen zu besuchen. Eine zweite Gruppe hat die Möglichkeit, die Auktionen zwischen 5:50 und 6:15 Uhr zu verfolgen. Hier gilt es schnell zu sein, um sich eine der begehrten Eintrittskarten zu sichern. Egal ob man sich auf eigene Faust durch den Markt bewegt oder bei einer der Auktionen zusieht, oberste Regel ist die Vorsicht. Durch die engen Gassen und Straßen auf dem Markt kann es leicht passieren, dass man die kleinen Elektroautos, die die Verkäufer zum Transport der Ware nutzen, übersieht oder den restlichen Verkehr behindert. Man sollte nie vergessen, dass man sich auf einem echten Marktgelände, auf dem täglich Fisch im Millionenwert umgeschlagen wird, befindet und sollte die Menschen, die dort ihrer täglichen Arbeit nachgehen, nicht behindern.

Maid Café

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Maid Café

Typisch für Japan sind auch die skurrilen Maid Cafés. In diesen Cafés werden Speisen und Getränke von meist jungen Frauen serviert, die im Stile von Dienstmädchen angezogen sind und sich auch entsprechend ihren Kunden gegenüber verhalten. Begleitet wird das für uns sonderbare Schauspiel meist noch mit wilden Gesangs- und Showeinlagen, bei denen die Kellnerinnen auf der Bühne Karaoke singen und das Publikum bzw. die Gäste mit bunten Leuchtstäben herumhantieren müssen. In der Regel bezahlt man einen kleinen Eintritt für die Cafés. Wenn man Fotos mit den Kellnerinnen wünscht sind ein paar Yen extra zu bezahlen. Der Besuch eines Maid Cafés ist sicherlich für jeden Freund von Mangas und Cosplay ein Muss, aber auch für alle anderen ein interessantes und vor allem sehr skurriles Erlebnis.

Cat Café in Tokio

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Cat Café in Shibuya

Nicht minder ungewöhnlich sind die mittlerweile in Tokio weit verbreiteten Cat Cafés, wie beispielsweise das Café Mocha in Shibuya. Wie der Name schon sagt kann man hier seinen Kaffee oder sein Glas Limonade in Gesellschaft von Katzen trinken. Die recht gemütlich eingerichteten Cafés beherbergen oft dutzende Katzen, die sich in den Räumen frei bewegen können und von den Besuchern gestreichelt werden dürfen. Hier bezahlt man nach Zeit, das bedeutet, dass beim Verlassen des Cafés minutengenau abgerechnet wird. Aufgrund der beengten Wohnverhältnisse in Tokio haben die wenigsten Einwohner ein Haustier, sodass ein Cat Café für viele Bewohner der japanischen Hauptstadt die einzige Möglichkeit ist, mit Tieren in Berührung zu kommen. Wer es noch ausgefallener mag, der sollte ein Owl Café besuchen. Hier sind die Katzen durch lebendige Eulen ersetzt, die man auf den Arm nehmen und streicheln kann. Ein Trend, der mittlerweile in Tokio auf dem Vormarsch ist, wobei man sich die Frage stellen muss, ob der Tierschutz und die artgerechte Haltung der Eulen hier noch gewährleistet ist.

Akihabara - Mekka für Technik-Freaks

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Typische Geschäfte in Akihabara

Weniger tierisch dafür umso mehr technisch geht es im Stadtteil Akihabara zu. Hier kommen technikinteressierte Japaner und Besucher voll auf ihre Kosten. Ein Elektronikgeschäft reiht sich hier an das Nächste. Meist auf mehreren Stockwerken kann man von Fotoequipment über Computer und Unterhaltungselektronik alles kaufen. Ein absolutes Muss für jeden Technikfan und die perfekte Gelegenheit, das ein oder andere Schnäppchen zu machen. Zwischen den Elektronikgeschäften findet man immer wieder Spielhallen, in denen nicht nur Jugendliche ihre Freizeit mit Videospielen verbringen. Der Lautstärkepegel in diesen Spielhallen ist jedoch dermaßen laut, dass man schon nach wenigen Minuten die Flucht ergreift und den Straßenlärm außerhalb der Spielhallen für wohlklingendes Meeresrauschen hält. Gleichzeitig ist Akihabara auch Treffpunkt und Hotspot für alle Fans von Anime und Mangas, die ihre Leidenschaft in den zahlreichen Läden nachgehen können.

Sensō-ji Schrein in Asakusa.

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Sensō-ji Schrein in Asakusa

Weniger modern, dafür traditionell und besinnlich ist ein Besuch beim Sensō-ji Schrein im Stadtteil Asakusa. Neben einer Vielzahl anderer buddhistischer Tempel in Tokio ist der Sensō-ji Schrein einer der ältesten und bekanntesten der Stadt. Im zweiten Weltkrieg schwer beschädigt wurde er wieder aufgebaut und zieht heute unzählige Touristen, Schulklassen und Einheimische an. Nur wenige Meter vom Schrein entfernt beginnt schon die Einkaufsstraße von Asakusa mit ihren Geschäften und Restaurants. Auch findet man hier viele Theater und Kinos, sodass gerade in den Abendstunden der Stadtteil ein beleibter Treffpunkt der Hauptstadtbewohner ist.

Der Tokio Skytree

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Tokio Skytree

Eines der neuesten Wahrzeichen Tokios ist der Tokio Skytree. 2012 wurde der Wolkenkratzer eröffnet und ragt seither 634 Meter über Japans Hauptstadt. Nach dem Burj Khalifa in Dubai und noch vor dem Shanghai Tower in China ist der Skytree das zweithöchste Gebäude auf der Erde. Mit der Tobu Skytree Lane kann man beispielsweise von Asakusa Bahnhof direkt zum Skytree fahren. Auch ist der Bahnhof Oshiage direkt mit dem Gebäudekomplex verbunden. Der Tokio Skytree dient in erster Linie als Fernsehturm, jedoch haben Besucher auch die Möglichkeit, die Aussicht zu genießen. Hierfür gibt es zwei Aussichtsplattformen, auf 350 und 450 Meter Höhe. Für die niedrigere Plattform bezahlt man 3000 Yen (ca. 21 Euro), das Kombiticket für beide Aussichtsplattformen gibt es für 4000 Yen (ca. 31 Euro). Es empfiehlt sich, seine Tickets auf der Website des Tokio Skytree schon im Vorfeld zu reservieren, da es vorkommen kann, dass manche Tage bereits ausgebucht sind oder man lange auf die rasante Fahrt hoch zu den Aussichtsplattformen warten muss.

Ausflug nach Nikko

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Tempelanlagen von Nikko

Wer dem Trubel und der Hektik der Großstadt einmal entfliehen will, für den empfiehlt sich eine Tagestour nach Nikko. Die Stadt ist ein beliebtes Ausflugsziel bei Japanern aber auch bei Touristen. Rund zwei Stunden dauert die Fahrt von Tokio aus. Nachdem man die schier endlosen Häuserschluchten der Hauptstadt hinter sich gelassen hat sieht man tatsächlich etwas von der Natur und Landschaft Japans.

 

Alle weiteren Informationen, wie du am besten von Tokio nach Nikko kommst und was genau es dort zu sehen gibt, erfährst du in einem separaten Bericht.

Land und Leute

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Kostümierte Mädchen

Tokio ist ohne Zweifel eine der spannendsten und pulsierendsten Metropolen unserer Erde. Nirgendwo leben so viele Menschen zusammen an einem Ort und nirgendwo anders treffen Tradition und Moderne so frontal aufeinander. Auf der einen Seite hat man die japanische Tradition, Kultur und Mentalität. Noble Zurückhaltung, das Bewahren des Gesichts und der Etikette sind den Japanern heilig. Auf der anderen Seite ist Tokio schrill, laut und experimentierfreudig. Gerade junge Japaner leben in ihrer ganz eigenen Welt aus Videospielen, Animes und Mangas. Dieser Kontrast ist es, der Tokio so spannend und aufregend macht.

Bei meiner Reise nach Tokio habe ich viele spannende und auch einprägsame Erinnerungen gesammelt. Das beeindruckendste Erlebnis fand in einem Sushi Restaurant statt, in dem wir direkt am Tresen die Köstlichkeiten des Sushimeisters probierten. Unaufgefordert stellte uns der Kellner plötzlich eine Flasche Sake hin und deutete auf ein Ehepaar, ca. Mitte 40, das am anderen Ende des Restaurants saß. Schnell kam man ins Gespräch und das einheimische Ehepaar hieß uns in Japan willkommen und wünschte uns viel Spaß bei unserer Reise. Es war überhaupt nicht aufdringlich sondern einfach nur nett und zuvorkommend und nach fünf Minuten Smalltalk verließen uns die beiden und wünschten uns alles Gute. Solch eine Gastfreundschaft habe ich noch in keinem anderen Land erlebt. Obwohl die Verständigung in Japan oft schwer ist (nicht alle sprechen Englisch und die wenigsten auf einem ordentlichen Niveau) hat man immer das Gefühl, willkommen zu sein.

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Straßenkreuzung in Akihabara

Die Mentalität der Japaner, die vornehme Zurückhaltung und gegenseitige Rücksichtnahme ist gerade in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt auch zwingend notwendig. Wo sich solche Menschenmassen auf einem Fleck wie beispielsweise in der U-Bahn von Tokio zusammentreffen ist Respekt und Rücksichtnahme das oberste Gebot. Vergleicht man die vollgestopften U-Bahn Waggons von Tokio jedoch mit denen von anderen Großstädten, so stellt man schnell fest, dass Bewohner der japanischen Hauptstadt ein feines Gespür für Mode und Stil besitzen. Fast alle Herren tragen einen Anzug während die Damen chic und elegant gekleidet sind. Man selbst als Tourist mit Jeans und T-Shirt kommt sich selbst in der U-Bahn underdressed vor.

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Baustelle in Tokio

In einer Metropole wie Tokio sind Baustellen keine Seltenheit. Gerade im Hinblick auf die Olympischen Sommerspiele 2020, die in Tokio stattfinden, wird an vielen Orten der Stadt gebuddelt und gearbeitet. Anders als bei uns in Deutschland, wo die meisten Baustellen nur mir einem Zaun und ein paar Verbotsschildern abgesperrt sind, werden in Japan Baustellen von Menschen aus Fleisch und Blut gesichert. Will beispielsweise ein Baustellenfahrzeug aus einem Grundstück zurück auf die Straße fahren, dann wir kurzerhand der Gehweg auf beiden Seiten von freundlichen Arbeitern mit Schutzhelm und Warnweste gesperrt. Der LKW kann nun den Gehweg überqueren, eher dieser mit einer Vielzahl an Verbeugungen der Mitarbeitern für die Fußgänger wieder frei gegeben wird. Dieses Szenario wiederholt sich mitunter im Minutentakt, nicht nur an Baustellen sondern auch an Ausfahrten von Parkgaragen oder Hotels.

Tokio ist faszinierend und abenteuerlich aber auch laut, hektisch und fremd. Dennoch ist die Stadt ein absolutes Muss für jeden, der die Großstädte Asiens und deren Trubel liebt. Hier gibt es an jeder Straßenecke Neues zu entdecken und eines ist gewiss: Langweilig wird es hier sicherlich nicht.

Alle Stationen aus diesem Artikel

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Tokio Skytree - Zweithöchstes Gebäude der Welt


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