Roadtrip auf Italienisch

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Mit dem Auto durch den Norden Italiens

Von Johannes Baumgart
 

Leckeres essen, tolle Strände und historische Städte und Dörfer, die vor Charme nur so strotzen. Italien ist nach wie vor eines der beliebtesten Reiseländer für Deutsche. Kein Wunder, denn Italien liegt quasi vor der Haustüre. Wir haben den Norden Italiens mit dem Auto erkundet und nehmen dich mit auf einen kulinarischen Roadtrip.


In diesem Artikel findest du:


TOP-FACTS ITALIEN

  • Kontinent: Europa
  • Währung: Euro
  • Einwohnerzahl: ‎60.000.000
  • Fläche: 301.338 Quadratkilometer
  • Zeitverschiebung: +-0 Stunden


Anreise nach Norditalien

Wichtigstes Accessoir für einen Roadtrip ist natürlich das Auto. Entweder man reist von Deutschland aus mit dem eigenen Auto nach Italien (von Süddeutschland aus sind es rund 6 Stunden bis Mailand) oder man fliegt gen Süden und reist mit einem Mietwagen umher. Egal, für welche der beiden Varianten man sich entscheidet, man sollte immer beachten, dass die Autobahnen in Italien gebührenpflichtig sind. An den Mautstationen kann man aber bequem mit Kreditkarte bezahlen. Als Faustformel sollte man rund 5-10 Euro für 100 Kilometer Autobahnfahrt rechnen. Mehr zum Thema Maut in Italien findest du auf der Website des ADAC. Generell sind die Autobahnen und Fernstraßen in Italien in einem guten Zustand. Man sollte jedoch immer ein Auge auf dem Tacho haben, da Geschwindigkeitskontrollen in Italien an der Tagesordnung sind. Anders als in Deutschland wird die Kontrolle über einen bestimmten Abschnitt durchgeführt und die daraus dann die Durchschnittsgeschwindigkeit ermittelt. 

Erste Station: Parma

Parma ist das kulinarische Zentrum Italiens. Der berühmte Schinken ist ebenso in Parma zu Hause wie der Parmiggiano Reggiano, der leckere Parmesankäse, der bei keinem Pastagericht fehlen darf. A prospos Pasta: Auch die Firma Barilla, einer der größten Nudelproduzenten der Welt, hat seine Zentrale in der 200.000-Einwohner Metropole in Oberitalien. Erster Stop ist jedoch die Fatturia de Parma in Sanguinaro, rund 20 Kilometer nordwestlich von Parma. Hier wird noch im traditionellen Stil Salami und Parmaschinken hergestellt. Und das Beste daran ist, dass man die Leckereien vor Ort probieren und genießen kann. Dem Verkaufsraum, wo neben Schinken und Salami auch Weine, Tomatensaucen und leckere Nudeln angeboten werden, ist ein kleines Restaurant mit ein paar Tischen angeschlossen. Für ein paar Euro erhält man eine tolle Auswahl an Schinken, Salami und Käse und man taucht ein in den kulinarischen Himmel Norditaliens.  
Parma an sich ist trotz seiner Einwohnerzahl von 200.000 recht überschaubar und hat sich den Charme eines Provinzstädtchens bewahrt. Das Zentrum der Stadt bildet die Stradale della Reppublica mit ihren zahlreichen Geschäften und Boutiquen. Der Parco Ducale am westlichen Ufer des Flusses Taro mit seinem kleinen See lädt zum entspannen und relaxen ein. Im Restaurant La Forchetta mitten in der Altstadt kann man hervorragend Abendessen, man sollte jedoch vorher unbedingt einen Tisch reservieren.   

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Antipasti-Variationen in der Fattoria de Parma
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Leckere Pasta im La Forchetta
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Verkaufsstand in der Altstadt von Parma

Zweite Station: Bologna

Bologna ist nicht nur Heimat der berühmten Pastasauce sondern auch eines der kulinarischen Zentren Italiens. Parma, die Stadt des weltbekannten Schinkens und des Parmigianas, ist nur ein paar Kilometer entfernt. So kommt in Bologna alles zusammen, was das Herz von Freunden des italienischen Essen höher schlagen lässt. Paart man diese Leckereien mit dem historischen Zentrum und der Altstadt Bolognas, so bekommt man den Prototyp einer Stadt, in der man gut und gerne ein Wochenende verbringen kann.

Das Zentrum Bolognas bildet der Piazza Maggiore mit der Basilica di San Petronio. Straßencafés, Restaurants und kleine Trattorias laden hier zum Entspannen und Schlemmen ein. Bei einem Stadtbummel durch Bologna darf jedoch auch ein Besuch der Einkaufsstraße, der Via dell'Indipendenza, nicht fehlen. Die von Arkaden überdachte Einkaufsstraße bietet an feuchten Tagen Schutz vor dem Regen und im Sommer Schutz vor der stechenden Sonne. Ein weiterer Vorteil Bolognas ist, dass die Stadt noch immer im Schatten von Florenz steht, sodass man hier noch relativ ruhig die Stadt erkunden kann, ohne sich seinen Weg durch dutzende Tourigruppen bahnen zu müssen. 

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Die Piazza Maggiore in Bologna
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Typisches Stadtbild in Bologna
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Die schiefen Türme von Bologna

Dritte Station: San Marino

San Marino ist die älteste Republik der Welt. Der Zwergstaat, der komplett von italienischem Territorium umschlossen ist, hat gerade einmal 33.000 Einwohner. Hoch auf einem Berg inmitten der wunderschönen Landschaft der Emilia Romagna gelegen erreicht man San Marino am besten mit dem Auto. Unser Tipp: Das Parkhaus P9 liegt günstig am unteren Ende der Altstadt und von hier erreicht man das Gassengewirr in nur wenigen Gehminuten. Alternativ kann man auch bereits weiter unten parken und mit der Seilbahn hinauf in die Stadt fahren. Die engen Gassen mit den kleinen Läden sind genauso typisch für San Marino wir die drei Festungstürme, die einst Teil der Befestigungsanlage der Stadt waren. Die Altstadt hat Charme, an jeder Ecke findet man kleine Boutiquen genauso wie nette Restaurants und Cafés. Genauso spektakulär wie die kleine Stadt selbst ist auch der Ausblick. Die sanfte Hügel der Emilia Romagna bilden eine perfekte Kulisse und gerade bei schönem Wetter hat man von San Marino aus eine wunderbare Fernsicht bis zur Küste des Mittelmeers. 

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Eine der Burgen in San Marino
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Die historische Altstadt von San Marino
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Blick über die Hügel der Emilia Romagna

Vierte Station: Rimini

Rimini, das ist für viele Deutsche der Inbegriff des Italientourismus. Die Stadt an der Italienischen Riviera hat ihren ganz eigenen Charme. Jedoch lassen sich die Ausmaße aus jahrzehntelangem Massentourismus nur schwer kaschieren. Der breite Sandstrand ist in der Hauptsaison vollgestellt mit Sonnenschirmen und Liegestühlen, die mit einer militärischen Präzision in Reih und Glied aufgestellt sind. Graue Hotelbunker und in die Jahre gekommene Betonburgen prägen die Strandpromenade genauso wie in die von der Sonne ausgeblichenen Spielplätze. An jeder Ecke kann man noch den Flair und Geschichte des einst mondänen Badeorts spüren. Jedoch haben sich die Vorlieben der zahlungskräftigen Kunden längst geändert. Anstatt in riesigen Hotelanlagen bevorzugen die meisten Reisenden heutzutage eher kleinere Boutiquehotels, anstatt riesigen Sandstränden mit aneinandergereihten Liegen lieber kleine Buchten mit schattigen Palmen. Rimini scheint ein stückweit aus der Zeit zu fallen. Wer ein paar Tage in Rimini verbringen möchte und trotzdem gerne individuell und beschaulich übernachen will, der ist im Hotel Madalù genau richtig aufgehoben. Das beschauliche, familiengeführte Boutique-Hotel ist modern ausgestattet, die Zimmer sind sauber und komfortable und die Dachterrasse bietet einen tollen Blick über den Strand. Sicherlich ein toller Kontrast im Vergleich zu den übrigen Bettenburgen. Nur ein Steinwurf entfernt bietet das kleine Restaurant Da Todro beste Italienische Küche zu vernünftigen Preisen. Man sollte, gerade an den Wochenende, unbedingt reservieren. Rimini ist sicherlich nicht das Traumziel vieler Reisenden, doch für ein oder zwei Übernachtungen allemal gut.Parma an sich ist trotz seiner Einwohnerzahl von 200.000 recht überschaubar und hat sich den Charme eines Provinzstädtchens bewahrt. 

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Der Strand von Rimini
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Die Küste aus der Vogelperspektive
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Rooftop-Pool im Hotel Madalú

Fünfte Station: Bellagio

Bellagio am Comer See ist ein Ort wie im Bilderbuch. Malerische Häuser, die sich in den Hügeln über den See erheben, ein kleiner Hafen, gesäumt von Restaurants und Cafés und im Hintergrund die majästetischen Gipfel der Alpen. Bellagio ist fast zu schön um wahr zu sein. Kein Wunder diente das 3.700-Seelen Dorf einst als Inspiration und Namenspate für das berühmte Hotel in Las Vegas. Am Ufer des Comer Sees gelegen findet man die Villa Melzi aus dem frühern 19. Jahrhundert mit ihrer wunderschönen Gartenanlage. Im Ortszentrum gibt es eine überschaubare Anzahl an Restaurants und Cafés und von den meisten hat man einen wunderbaren Blick über den tiefblauen Comer See. Wer die Zeit hat sollte auch die Via Eugenio Vitali bis zur Spitze der Landzunge begehen. Hier befindet sich das Restaurant La Punta, von dessen Terasse man einen atemberaubenden Blick über den See hat. Der Hafen von Bellagio ist gleichzeitig auch Ausgangspunkt drei verschiedener Fährlinien, die sowohl Fußgänger als auch Autos über den See nach Cadenabbia, Menaggio oder Varenna bringen. Wählt man Bellagio als letzte Station vor der Heimfahrt nach Deutschland, so bietet es sich an, von Bellagio nach Cadenabbia überzusetzen und von dort aus entlang des Luganer Sees die Heimreise anzutreten.

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Blick über den Comer See
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Das Seeufer bei Bellagio
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Mit der Fähre über den Comer See

Alle Stationen aus diesem Artikel findest du auf dieser Karte.


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